Der Wiener Komponist und Verleger Franz Anton Hoffmeister (1754-1812) und der Leipziger Organist Ambrosius Kühnel (1770-1813) gründeten am 1.Dezember 1800 ein "Bureau de Musique" in Leipzig. Das Bureau de Musique war am Anfang eine Mischung aus Verlag, Musikalien und Instrumentenhandlung. Von der Verlagsseite aus wurde mit Sammlungen von Haydns Streichquartetten, Mozarts Quartetten und Quintetten begonnen. Schwerpunkt war die Gesamtausgabe der Klavierwerke von J. S. Bach in 14 Bänden, mit der von J.N.Forkel geschriebenen Bach Monographie, der ersten überhaupt, die geschrieben wurde. 1802 gelang es den Verlegern, neben der 1. Sinfonie und dem 2. Klavierkonzert von Beethoven auch Werke für Klavier sowie Kammermusik zu erwerben.(1805/06) übernahm Kühnel die alleinige Verlagsleitung und baute die Kontakte mit Spohr auf und aus. Freundschaftlichen Kontakt pflegte er auch mit Carl Maria von Weber. Kühnel starb am 18. April 1813 unerwartet in Leipzig.
1814 ging der Verlag in den Besitz des Buchhändlers Carl Friedrich Peters über, der schon vorher enge Verbindungen zum Verlagswesen gehabt hatte. Ihm gelang es Carl Maria von Weber, Ferdinand Ries, Johann Nepomuk Hummel, John Field und August Alexander Klengel für den Verlag zu gewinnen. Carl Gotthelf S. Böhme übernimmt am 29. Oktober 1828 den Verlag und Julius Friedländer übernimmt ihn 1860. Der Verlag firmiert nun unter: C. F. Peters Leipzig und Berlin, Bureau de Musique.Die von Friedländer erfundene und eingeführte Notenschnelldruckpresse, machte den Verlag. zu einem der führenden Unternehmen in der Brache.
Mit dem Eintritt von Max Abraham, am 1. April 1863 begann der Aufstieg des Verlages zu einem führenden Musikverlag in Europa. Abraham gründete 1867 die „Edition Peters“. Als erste Ausgabe erschien die EP 1; Johann Sebastian Bach „Wohltemperiertes Klavier“. Die lindgrünen Ausgaben, mit dem unverwechselbaren Logo, sind auch heute noch das Markenzeichen des Verlages. Aber die Edition war nicht nur für die Klassiker vorbehalten, sondern auch für viel Komponisten dieser Zeit, wie d’Albert, Brahms, Bruch, Busoni, Dvorák, Flotow, Goldmark, Grieg, Liszt, Meyerbeer, Raff, Sinding und viele mehr.1880 wird Max Abraham Alleininhaber des Verlages C. F. Peters. Seine Freundschaft mit dem Komponisten Edvard Grieg sollte sich zu einer beispielhaften Partnerschaft eines Verlegers mit seinen Autoren entwickeln.
Am 15. Mai 1891 nimmt Abraham seinen Neffen Henri Hinrichsen als Prokurist in den Verlag auf, ab 1. Januar 1894 als Teilhaber. Nach dem Tod von Abraham am 8. Dezember 1900 übernahm Henri Hinrichsen die notwendig gewordene Alleinverantwortung für den Verlag. Er tat dies in einer überzeugenden und erfolgreichen Art und Weise. Seine guten Kontakte zu den Komponisten und Herausgebern führten zur Erweiterung des Verlagsprogrammes mit, unter anderem, den Liedern von Hugo Wolf, dem Kaiserliederbuch, Werke von Mahler, Reger, Pfitzner und Schönberg. 1931 wurde Max Hinrichsen (1901-1965), der älteste Sohn, zum Teilhaber seines Vaters. Auch die beiden nächsten Söhne Walter Hinrichsen (1907-1969) und Hans-Joachim Hinrichsen (1909-1940) hatten verantwortungsvolle Positionen im Verlag.
1937 geht Max Hinrichsen nach London. Dort gründete er die Edition Hinrichsen Limited. Schwerpunkte seines Verlagsprogrammes waren „Alte Englische Meister“, Werke pädagogischen Inhaltes, das „Musical Jahrbuch“ und Werke zeitgenössischer Komponisten. Als angesehene Persönlichkeit in Musikkreisen veranstaltete und organisierte er auch Konzerte, förderte und unterstütze junge Künstler. Einige Zeit nach Max Hinrichsens Tod, wurde der Verlag in Peters Edition Ltd. umbenannt. Heute wird der Verlag von seinen Eigentümern, der Hinrichsen Stiftung unterstützt, mit der Absicht, ihre Gewinne in der Form von Subventionen für begabte Künstler und Musikorganisationen auszuschütten. Die Peters Edition Ltd hat eine bedeutsame Rolle in der konstanten Erneuerung der Edition, durch ein hohes Engagement für zeitgenössische Musik, gespielt.
1938 wurde der Verlag durch das NS-Regime enteignet, und Dr. Henri Hinrichsen und Dr. Hans-Joachim Hinrichsen erhielten Berufsverbot. Im Juli 1939 wurde der Verlag durch Zwangsverträge „arisiert“. Nach Abzug der Reichsfluchtsteuer blieb von dem Kaufpreis nichts mehr übrig. Walter Hinrichsen gelang es 1936 nach den Vereinigten Staaten auszuwandern. Dr. Henri Hinrichsen, sein Sohn Hans-Joachim, sowie der Großteil seiner Familie und Verwanden überleben den Holocaust nicht.
Von 1939 an wurde das Leipziger Verlagshaus von Dr. Johannes Petschull geführt. 1940 erwarb Petschull den Verlag Henry Litolff (Braunschweig). Nach Beendigung des Krieges bekam Petschull die schriftliche Genehmigung der Sowjet-Besatzung die Arbeit des Peters-Verlages weiterzuführen.1945wurde der Verlag an Walter Hinrichsen zurück übertragen 1950 sollte der Verlag ein zweites Mal enteignet werden, dieses Mal durch die Verstaatlichung des Unternehmens durch die DDR-Behörden. In den anschließenden 40 Jahren DDR produzierte der Staatsverlag Edition Peters eine große Anzahl von Urtext-Ausgaben hoher Qualität, und war Anlaufstelle für viele hervorragende Osteuropäische Komponisten.
Während seiner Zeit als Master-Sergeants des VIII. US-Korps von 1945-1947 in Deutschland muss er schon geahnt haben, dass es zur einer Teilung Deutschlands kommen würde. Im September 1948 gründete er in New York die C. F. Peters Corporation. Er begann mit Notenlieferungen aus Leipzig, forcierte aber sehr schnell den Nachdruck der Hauptwerke der Edition Peters. Seine gute Arbeit brachte dem Verlag so bedeutende Komponisten wie John Cage, George Crumb, Morton Feldmann, Kryzysztof Penderecki, Charles Ives u.a. Die C. F. Peters Corporation entwickelte sich rasch zu einem der wichtigsten Verlage für zeitgenössische Musik in den USA. Gleichzeitig druckte Max Hinrichsen die Edition Peters in London nach. Dies verursachte einen berühmten Prozess vor dem Englischen Gerichtshof, der dann die Erbschaft der Edition Peters für die Hinrichsen Edition Ltd. bestätigte.
In Jahre 1950 formten die beiden Brüder Max und Walter eine Partnerschaft, mit dem inzwischen im Westen angekommenen Dr. Johannes Petschull (1901-2001), der dort in Frankfurt/Main den Musikverlag Peters gegründet hatte. Trotz der enormen Schwierigkeiten der Nachkriegsjahre erschien bald der erste Katalog mit etwa 900 Titeln. Auf dieser Basis gelang es der Frankfurter Firma über die Jahre stetig zu wachsen und zu einem der bedeutsamsten Musikverlage in Westdeutschland zu werden. Frankfurt hat inzwischen viele Ausgaben von hoher Qualität produziert, den Oratorien-Sektor ausgebaut und den Katalog mit zeitgenössischer Musik bereichert. 1974 kam der Schwann Verlag hinzu, und 1989 der Verlag C. F. Kahnt, gegründet 1851 und sehr bekannt durch seine Ausgaben von Gustav Mahler.
Jede Gesellschaft hat, unter Berücksichtigung der eigenen Stärken und Märkte, die Edition Peters weiterentwickelt und sie zudem gemacht was sie heute ist, einen modernen Verlag, der den Ansprüchen unserer heutigen Zeit gerecht zu werden weiß, ohne seine Tradition zu vergessen.